{"id":216,"date":"2020-03-29T16:01:09","date_gmt":"2020-03-29T14:01:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.essige.com\/wordneu\/?page_id=216"},"modified":"2020-03-29T16:01:09","modified_gmt":"2020-03-29T14:01:09","slug":"apfelmost-infos","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.essige.com\/?page_id=216","title":{"rendered":"Apfelmost Infos"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><td>Wissenwerters rund um den Most&nbsp;<\/td><\/tr><tr><td>Der Most oder Apfelwein wie er in Deutschland genannt wird ist ein traditionsreiches Produkt unserer Region. Streuobstwiesen mit zahlreichen alten Apfelsorten auf Hochstammb\u00e4umen liefern das Obst f\u00fcr herrlichen Most. Ein Getr\u00e4nk- erfrischend und alkoholarm-als Durstl\u00f6scher ein einzigartiger Genuss!<br>In Teilen der Steiermark sowie in S\u00fcddeutschland versteht man unter Most gefilterten oder ungefilterten Apfelwein (\u201esauerer Most\u201c).\u00a0<em>S\u00fc\u00dfmost<\/em>\u00a0hingegen wird dort der frisch gepresste und unvergorene Apfelsaft genannt. In Wien und anderen \u00f6sterreichischen Weinanbaugebieten versteht man unter Most den s\u00fc\u00dfen unvergorenen Traubensaft.Als Most (lat.\u00a0<em>mustum<\/em>) wird allgemein durch Keltern (Pressen) gewonnener Fruchtsaft bezeichnet. Most wird je nach verwendeten Fr\u00fcchten unterschieden: Traubenmost (z.\u00a0B. als Vorstufe zum Wein), Apfelmost, Birnenmost, usw.Geschichte\u00a0Schon die Griechen und R\u00f6mer kannten die Herstellung des Apfelweines (lat. Vinum-Malus). So auch in Augusta Treverorum, dem heutigen Trier. Plinius der \u00c4ltere (23 bis 79 n. Chr.) berichtet: \u201eVinum fit e piris malorumque omnibus generibus\u201c (man macht Wein aus Birnen und allen Sorten von \u00c4pfeln) und f\u00fchrt auch Most\u00e4pfel (mustea) an. Der Ackerbauschriftsteller Palladius beschreibt uns im 4. Jh. nach Chr. die Zubereitung des Weines aus Birnen. Auch ist belegt, dass die Germanen, bereits bevor die R\u00f6mer kamen, sich in der Herstellung des Obstweines auskannten. Durch die Niederlassung der R\u00f6mer kamen dann andere Obstsorten ins Land, die das einheimische Wildobst verdr\u00e4ngten. Es kam zur Belebung der Obstweinproduktion. Erstmals wird der Apfelwein um das Jahr 800 erw\u00e4hnt, in Frankfurt ist er erst 800 Jahre sp\u00e4ter, um das Jahr 1600, nachgewiesen. Bereits 1638 wurde per Ratsverordnung eine Reinhaltungsbestimmung festgelegt, an die sich die Apfelweinkelter noch heute halten m\u00fcssen. 1754 wurde die erste Schankerlaubnis in Frankfurt erteilt, seit diesem Zeitpunkt wurde das Getr\u00e4nk auch versteuert.Herstellung\u00a0Apfelwein ist herk\u00f6mmlich ein reines Naturprodukt. Wie &#8222;naturtr\u00fcb&#8220; der Apfelwein im Endeffekt ist, h\u00e4ngt davon ab, wie viel Kl\u00e4rstoffe sich durch die Zugabe von sauren Fr\u00fcchten bilden.Bei der fr\u00fchesten Herstellung des Apfelweins wurden die \u00c4pfel zun\u00e4chst per Handarbeit in einem gro\u00dfen Trog zersto\u00dfen. In sp\u00e4teren Zeiten wurden die Fr\u00fcchte dann mit Hilfe eines Mahlsteins zerkleinert, der von Pferden oder Menschen angetrieben wurde. Anschlie\u00dfend schlugen die Kelterer die Masse aus zersto\u00dfenen \u00c4pfeln in engmaschige Baumwollt\u00fccher ein und stapelten die so entstehenden P\u00e4ckchen auf einem Holzrost. Durch Drehen eines Holzbalkens wurde ein Brett auf den Holzrost gesenkt, welches den Stapel zusammendr\u00fcckte. Aus der Presse lief nun der frischgepresste und aromatische Saft direkt in die im Keller lagernden Eichenholzf\u00e4sser. Dort begann er, h\u00e4ufig nach dem Zusetzen von Hefe, zu g\u00e4ren.Bei der heutigen Herstellung wird der Apfelwein meist mit Hilfe von gro\u00dfen Maschinen gekeltert. Eine Methode ist, die \u00c4pfel in Rinnen, welche im Boden eingelassen sind, in die Kelterei zu schwemmen und gleichzeitig zu waschen. Dann gelangen die \u00c4pfel von dort in ein Becken, aus dem die \u00c4pfel durch den Elevator (langes und breites Rohr mit einer Kette und Hubf\u00f6rderelementen), an dessen Ende sie zerst\u00fcckelt werden und in einen Bottich bef\u00f6rdert werden. Die Masse aus kleinen Apfelst\u00fccken nennt man Maische. Diese darf bei der Apfelweinherstellung nicht zu kleinst\u00fcckig werden, da sich die \u00c4pfel sonst nicht optimal auspressen lassen. Von den zerkleinerten \u00c4pfeln werden dann die St\u00fccke durch ein Rohr in die Presse transportiert. Nach dem Auspressen (das gut 1,5 Stunden dauert) flie\u00dft der frischgepresste Apfelsaft direkt in Edelstahltanks. Auf diese Weise werden mehrere Tonnen \u00c4pfel gleichzeitig verarbeitet.W\u00e4hrend des G\u00e4rungsprozesses wird der im Apfel enthaltene Zucker von der fruchteigenen oder von der hinzugegebenen Hefe abgebaut. Bei diesem Vorgang entstehen Alkohol und Kohlendioxid, das die Luft im Tank verdr\u00e4ngt. Dies dauert acht bis zehn Tage und wird &#8222;st\u00fcrmische G\u00e4rung&#8220; genannt. Da das in gro\u00dfen Mengen austretende Kohlendioxid in tiefliegenden R\u00e4umen die Luft verdr\u00e4ngt und daher gef\u00e4hrlich ist, darf in den Herstellungsr\u00e4umen nur bei laufender L\u00fcftung gearbeitet werden.Ruht der Apfelwein nur kurze Zeit auf der Hefe, wird der Wein nicht besonders kr\u00e4ftig; bei l\u00e4ngerer Lagerzeit wird er aromatischer. Je nach gew\u00fcnschter St\u00e4rke nimmt der Kelterer den Wein fr\u00fcher oder sp\u00e4ter von der Hefe und f\u00fcllt ihn in ein anderes Fass um. Dadurch schmeckt der Wein jedes Fasses anders.Bei der industriellen Fertigung wird der naturtr\u00fcbe Charakter k\u00fcnstlich hervorgehoben, um dem Apfelwein eine \u00d6ko-Note zu verleihen.Die \u00fcbriggebliebenen Apfelreste werden Trester genannt. Dieser ist sehr gut als Kraftfutter f\u00fcr Schafe geeignet. Schweine k\u00f6nnen diesen Trester nicht vertragen, denn sie haben einen f\u00fcr die Obstreste zu empfindlichen Magen. Der Gro\u00dfteil des Tresters wird aber als Biom\u00fcll entsorgt, da die Menge den Bedarf an Schaffutter bei weitem \u00fcbersteigt.Im Herbst, nach der Apfelernte, werden die \u00c4pfel kalt ausgepresst, und man erh\u00e4lt den so genannten\u00a0<em>S\u00fc\u00dfen<\/em>\u00a0oder\u00a0<em>S\u00fc\u00dfer Viez<\/em>\u00a0(Mosel-Saarbereich), der in S\u00fcddeutschland und \u00d6sterreich oft\u00a0<em>Most<\/em>\u00a0oder\u00a0<em>S\u00fc\u00dfmost<\/em>\u00a0genannt wird. Nach einigen Tagen wird daraus dann ein\u00a0<em>Rauscher<\/em>, also ein g\u00e4render Most, der auf der Zunge\u00a0<em>bitzelt<\/em>\u00a0. Im weiteren Verlauf entstehen dann der\u00a0<em>helle Neue<\/em>\u00a0und der\u00a0<em>Alte<\/em>.Einige wenige kommerzielle Apfelweinhersteller erhitzen die \u00c4pfel vor dem Pressen, wodurch eine etwas h\u00f6here Saftausbeute erzielt wird, die nach Meinung vieler Apfelweinfreunde jedoch zu Lasten des guten Geschmacks geht.Eine Variante des Apfelweins wird mit dem Saft unreifer Fr\u00fcchte des Speierlingbaumes versetzt. Diese &#8222;S\u00e4uerung&#8220; kl\u00e4rt den Wein und macht ihn l\u00e4nger haltbar. Weitere weniger bekannte Zus\u00e4tze sind Quitte, Mispel, Eberesche oder Schlehe, im s\u00fcddeutschen Raum und \u00d6sterreich auch die Mostbirne.Manche Hersteller verwenden im s\u00fcdwestlichen Raum meist den so genannten\u00a0<em>Holz- oder Viezapfel<\/em>\u00a0(klein und sehr s\u00e4urehaltig, eine Mostapfel-Sorte, die nicht mit dem Wildapfel identisch ist) und mischen diesen (aus Mangel an Masse) mit zum Teil eingef\u00fchrten etwas s\u00fc\u00dferen Sorten. Das Mischverh\u00e4ltnis wird aber so gering wie m\u00f6glich zugunsten den Holzapfels gehalten, damit der urtypische Geschmack erhalten bleibt.Apfelwein wird normalerweise nicht aus den modernen Apfelsorten hergestellt, da diese auf zu viel Fruchtzuckergehalt gez\u00fcchtet sind. In der Kelterung ist man auf die s\u00e4urehaltigen \u00e4lteren Sorten aus dem Streuobstanbau angewiesen. Der\u00a0<em>flei\u00dfige<\/em>\u00a0Genuss von Apfelwein tr\u00e4gt nicht nur zum Fortbestand der alten Apfelsorten bei, sondern auch zum Erhalt der fr\u00fcher landschaftspr\u00e4genden Streuobstwiesen mit ihrer mannigfachen Pflanzen- und Tierwelt.<br><br>Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Apfelmost\" target=\"_blank\">Most<\/a>\u00a0aus der freien Enzyklop\u00e4die\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/\" target=\"_blank\">Wikipedia<\/a>\u00a0und steht unter der\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/essige.com\/sites\/wikipedia.html\" target=\"_blank\">GNU-Lizenz f\u00fcr freie Dokumentation<\/a>. In der Wikipedia ist eine\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Apfelwein&amp;action=history\" target=\"_blank\">Liste der Autoren<\/a>\u00a0verf\u00fcgbar.\u00a0\u00a0<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissenwerters rund um den Most&nbsp; Der Most oder Apfelwein wie er in Deutschland genannt wird ist ein traditionsreiches Produkt unserer Region. Streuobstwiesen mit zahlreichen alten Apfelsorten auf Hochstammb\u00e4umen liefern das Obst f\u00fcr herrlichen Most. Ein Getr\u00e4nk- erfrischend und alkoholarm-als Durstl\u00f6scher ein einzigartiger Genuss!In Teilen der Steiermark sowie in S\u00fcddeutschland versteht man unter Most gefilterten oder &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.essige.com\/?page_id=216\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eApfelmost Infos\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-216","page","type-page","status-publish","hentry"],"aioseo_notices":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.essige.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/216","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.essige.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.essige.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.essige.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.essige.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=216"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.essige.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/216\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":218,"href":"https:\/\/www.essige.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/216\/revisions\/218"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.essige.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=216"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}